Geschichte der Kreuzkirche

Als am 1. April 1933 die Kreuzkirchengemeinde „ausgegründet“ wurde aus der als zu groß empfundenen St. Markusgemeinde, wurden Menschen am Besuch von Geschäften gehindert, von Kanzleien oder Praxen, deren Besitzer jüdischer Herkunft waren. Kurz darauf wurden jüdische Beamte vom Dienst suspendiert.
Dass sich die neue evangelisch-lutherische Gemeinde München-Nordwest den Namen Kreuzkirche gab, betonte, wem sie sich in dieser Zeit verpflichtet fühlte. Pfarrer Heinrich Hauck schrieb im Namen des Kirchenvorstands: „Vor allem soll durch den Namen Kreuzkirche daran erinnert werden, dass für den Glauben, den wir vertreten und verkünden, das Kreuz im Mittelpunkt steht.“

Deutsche Christen versus Bekennende Kirche
Die evangelische Kirche in Deutschland erlebte in der Zeit des Nationalsozialismus vielerorts eine Spaltung zwischen den regimetreuen Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche, die auf ihre Unabhängigkeit vom Staat pochte. In Bayern gelang es Landesbischof Hans Meiser, seine Kirche „intakt“ zu halten und unabhängig von der Reichskirche der Deutschen Christen. Der Preis war eine Fülle von Kompromissen.

Treffen in der "Katakombe"
In der Kreuzkirchengemeinde trafen sich viele Anhänger der Bekennenden Kirche in der „Katakombe“ im Keller des Pfarrhauses. Darunter auch Albert Lempp, Kirchenvorsteher in dieser Gründungszeit und einer der mutigsten evangelischen Christen dieser Jahre. Siehe hierzu auch www.albert-lempp.de.
Dem Erbe dieser Jahre, der politischen Aufmerksamkeit, fühlte und fühlt sich die Gemeinde verpflichtet: mit den Zeitfragengottesdiensten, die in den 60er Jahren begründet wurden, und einer langen Reihe von Veranstaltungen, die politische und zeitgeschichtliche Themen in den Mittelpunkt stellen.