Albert-Lempp-Saal

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Am Vorabend seines 125. Geburtstags, am 12. Februar 2009, hat die Gemeinde der Kreuzkirche ihren großen Gemeindesaal nach ihrem Mitbegründer und Gemeindemitglied Albert Lempp benannt. Lempp war der Verleger der Bekennenden Kirche und Mittelpunkt des „Lemppschen Kreises“, eines theologischen Gesprächskreises, der sich in der NS-Diktatur zum konspirativen Treffpunkt entwickelte und 1943 die „Osterbotschaft Münchner Laien“ an Landesbischof Hans Meiser verfasste, ein mutiges Zeugnis gegen die Judenverfolgung. Siehe hierzu auch www.albert-lempp.de.
Der Saal ist der ehemalige Kirchenraum der Gemeinde, als „Notkirche“ 1950 nach Plänen des Architekten Otto Bartning erbaut und nach dem Neubau der heutigen Kreuzkirche 1968 zum Gemeindezentrum umgebaut. Otto Bartning hatte angesichts der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ein System aus vorgefertigten Holzträgern entwickelt, das es ermöglichte, mit wenigen Mitteln vor Ort, mit Trümmersteinen und Mithilfe der Gemeinde eine Kirche zu errichten.

Der Bau war bereits die dritte Kreuzkirche. Die erste, eine behelfsmäßige Holzkirche, hatte zuvor im Krankenhaus rechts der Isar als Spitalkapelle gedient. Sie wurde 1944 von Brandbomben getroffen. Die zweite Kreuzkirche kam aus der Schweiz: Der Ökumenische Rat der Kirchen hatte eine ausgediente Militärbaracke ins kriegszerstörte München geschickt. 1946 wurde sie eingeweiht, neben den Trümmern der Turnhalle der ehemaligen evangelischen Hermann-Bezzel-Schule. Das Fundament dieser Turnhalle wurde dann zum Fundament von Otto Bartnings Bau.

Zu den insgesamt vier geschaffenen Gebäuden für die Kreuzkirche siehe die Bildergalerie "Die vier Gebäude der Kreuzkirche".