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Kreuzkirche München

   

Saure-Gurken-Zeit

Den Schulkindern seien sie vergönnt, die großen Ferien, noch mehr ihren geplagten Lehrern. Aber wir alle kriegen sie mit, die sechswöchige Saure-Gurken-Zeit im Hochsommer, in der absolut nichts los ist – ob man sich darüber freut oder nicht. Gesellschaft, Kultur, Politik, Sport, alles pausiert – sogar der Fußball. Natürlich auch die Kreuzkirchengemeinde. Die erste Veranstaltung in diesem Vierteljahr ist erst für den 15. September angesetzt – genau nach Ende der Sechs-Wochen-Lücke. (Ein kleiner Lichtblick waren bei uns nur die „Urlaubsträume“, die versucht haben, im August einen Akzent in die ereignisfreie Zeit zu setzen.) Natürlich fahren viele Leute im Sommer in Urlaub – aber wer schon volle sechs Wochen? Das öde Sommerloch berührt also irgendwie alle.

Ich versuche, die Saure-Gurken-Zeit für mich persönlich sinnvoll auszufüllen. Mit Dingen, die zu erledigen sind und für die man das ganze Jahr keine Zeit aufbringt: So vieles in meinem Haushalt will schon seit langer Zeit aufgeräumt, aussortiert, repariert, gepflegt, entsorgt werden. Ich habe mir eine lange Liste dieser notwendigen Aufgaben angelegt und bin mit den besten Vorsätzen in den Sommer gegangen, alle oder wenigstens die wichtigsten davon abzuarbeiten. Nun ja – jetzt, bei Erscheinen des Gemeindebriefs, sind erst zwei Drittel des Sommerlochs vorbei. Wie viel von meiner Liste abgehakt ist, sage ich lieber gar nicht. Anscheinend habe ich die Ferienzeit bisher voll mit Erholungssuche ausgefüllt. Aber ein Drittel der ruhigen Zeit liegt noch vor mir. Da werde ich bestimmt meine Liste noch erledigen – hoffe ich.

Ihnen ein glückliches letztes Feriendrittel!

Ihre Helga Hofstetter